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Superfeine Rundstrickmaschine für Jacquard-Stoffe entwickelt

 Auf dem Bild von links: Projektpartner Helmut Diller Geschäftsführer der Händel + Diller GmbH, Richard Riedlinger Entwicklungsleiter der Beck GmbH


Gemeinsam mit dem auf hochfeine Rundstrickmaschinen spezialisierten Textilmaschinenbauer Beck GmbH (www.beck-group.com) aus Albstadt hat der auf feine Rundstrickstoffe erfahrene Maschenstoffhersteller Händel + Diller GmbH knitting company (www.haendel-diller.de) in Balingen seit 2007 an der Idee einer innovativen Großrundstrickmaschine für ultrafeine Jacquard-Stoffe der Feinheit E44 getüftelt. Die Maschine konnte zwischenzeitlich fertiggestellt werden und verschiedene Stoffe wurden bereits gestrickt. Auf  Maschinen dieser Art, wie sie weltweit bislang keinem anderen Stoffproduzenten zur Verfügung stehen, werden hochwertige und technische Materialien produziert, die es bislang so nicht gibt.

Die Händel + Diller GmbH verarbeitet seit Jahren neben Basisqualitäten im hochfeinen Bereich bereits auch Jacquards. Da im Maschinenbau trotz immer feinerer, am Markt verfügbarer Uni-Maschinen hier bislang jedoch eine entsprechende Technik zur Steuerung der Nadeln, als auch bei der nadelbildenden Technik nicht verfügbar war, konnten diese vor allem im einfontourigen Bereich bislang nur bis zum Feinheitsbereich E36 hergestellt werden.

Auch eine entsprechende Steuerung und die dazu benötigten Maschenbildungselemente (Nadeln und Platinen) wurde deshalb von den spezialisierten Herstellern (Groz-Beckert KG, Albstadt, KERN-LIEBERS Knitting Parts GmbH Schramberg und Memminger-Iro, Dornstetten) vorab dafür eigens für dieses auch vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt konstruiert.

Mittels CAD-gestützter Gestaltung der Stoffmuster und der für diesen Feinheitsbereich mit Piezoaktorik neu entwickelten CNC-Steuerung, ergeben sich nun neue Möglichkeiten hinsichtlich Qualität und Effizienz der Produktion von rundgestrickten Jacquard-Stoffen. Durch den Einsatz neuer Materialien, der hohen Feinheit und dem Produktionsverfahren insgesamt, können außerdem neue Wege im Einsatz dieser Stoffe bewerkstelligt werden. Dem ultrafeinen Jacquard-Stoff wird vor allem bei relativ geringem Flächengewicht eine nahezu ausgeglichene Quer- und Längsdehnung (Bielastizität) ermöglicht, wie er auch im Uni-Bereich unter dem Begriff „2. Haut“ nicht mehr wegzudenken ist.

Das neue Verfahren und die neuen Stoffe stellen für den schwäbischen Hersteller von Maschenstoffen hinsichtlich Verarbeitungsfeinheit, Verarbeitungsart, Funktionalität und der möglichen Kombination verschiedener Garne eine deutliche Steigerung der Kompetenz in diesem Bereichen dar. Analysefähigkeit, systematisches und methodisches Vorgehen werden durch das Projekt mit anspruchsvollen Leistungsparametern erweitert. Das FuE-Potential wird aufgrund des Einstiegs in dieses neue Verfahren erneut gestärkt.